Vom Flughafen Düsseldorf direkt in die Justizvollzugsanstalt

Kolping-Bildungszentren sind mit 13 Auszubildenden „auf Tour“


Meschede. Das war schon ein widersprüchliches Bild, dass sich den Begleitern der sozialpädagogischen Tage für die Kolping-Auszubildenden beim Auswertungsgespräch bot: Während die Frage „Wer wäre am Montagmorgen lieber zu Hause geblieben?“ von Allen bestätigt wurde, hatte sich das Bild nach vier Tagen komplett geändert und alle Jugendlichen waren sich einig, vier spannende und abwechslungsreiche Tage erlebt zu haben.

Was war geschehen? „Diese sozialpädagogischen Tage sind Teil des Maßnahmekonzeptes und uns ist es wichtig, mit den Jugendlichen diese Zeit optimal zu nutzen, den Zusammenhalt in der Gruppe zu festigen und ereignisreiche Tage zu verbringen.“, so fasst Norbert Glaremin, pädagogischer Mitarbeiter in der Maßnahme die Zielsetzung zusammen. Im Auftrag der Arbeitsagentur Meschede-Soest hat er sich mit seiner Kollegin, Sarah Japes, und 13 Auszubildenden aus dem ersten Ausbildungsjahr auf den Weg gemacht. Sie betreuen junge Auszubildende, die ihre Ausbildung in verschiedenen Betrieben der Region angetreten haben und durch die Kolping-Bildungszentren Südwestfalen betreut und begleitet werden. Außerbetriebliche Berufsausbildung in Kooperation mit Betrieben heißt die Maßnahme bei der Arbeitsagentur, für die Kolping-Südwestfalen tätig ist. Die Arbeitsagentur ist Kostenträger dieser Maßnahme.

 

Nach einer gemeinsamen Kennenlernrunde und dem Besuch der DASA in Dortmund, stand das erste Highlight schon am nächsten Tag auf dem Programm. Wann hat man schon mal Gelegenheit hinter die Kulissen eines Flughafens zu schauen? Für viele der Jugendlichen, die zum ersten Mal einen Flughafen besuchten bot sich an diesem Tag ein tiefer Einblick in die Abläufe des Düsseldorfer-Flughafens.

 

Tief beeindruckt zeigten sich aber alle Auszubildenden von dem Besuch der JVA-Bielefeld. „Ein Blick? – Einblick!“, heißt ein Projekt der JVA in Brackwede welches den Jugendlichen nach einem Rundgang durch die JVA einen Einblick in die Abläufe einer Justizvollzugsanstalt bot. Häftlinge, die in diesem Projekt mitarbeiten und entsprechend vorbereitet sind, berichten aus ihrem Leben und über ihre Entwicklung zur Kriminalität und den daraus resultierenden Folgewirkungen auf ihren persönlichen und beruflichen Werdegang, sowie auf ihre Beziehungen. Die Wirklichkeit des Vollzuges wurde von den Inhaftierten mit eigenen Erfahrungen und Gefühlserlebnissen verbunden und erhielt dadurch eine hohe Authentizität. Die Häftlinge dieses Projektes sind gezielt ausgesucht und jeder Besuch einer Gruppe wird aufgearbeitet, denn auch die Strafgefangenen sollen aus der Begegnung lernen. So blieb bei den Auszubildenden ein tiefer Eindruck haften, der von allen als der wichtigste Tag der Maßnahme beschrieben wurde und sicherlich maßgeblich für das Stimmungsbild in der Auswertung verantwortlich war.

 

 

Foto, vorne links: Die Kolping-Sozialpädagogen Vanessa Wahle und Norbert Glaremin mit einigen Auszubildenden